Orden Pour le mérite

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, dem rund 80 ausgewählte Wissenschaftler und Künstler aus Deutschland und aller Welt angehören, versteht sich als disziplinenübergreifende Vereinigung.

Orden Pour le mérite

Der Bundespräsident als Protektor des Ordens

Bundespräsident Theodor Heuss begründete 1952 den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste neu. Seither ist der jeweils amtierende Bundespräsident Protektor, also Schirmherr, des Ordens. Er gewährleistet den Fortbestand des Ordens, dem rund 80 ausgewählte Wissenschaftler und Künstler aus Deutschland und aller Welt angehören. Einmal jährlich nimmt der Bundespräsident an einer öffentlichen Sitzung des Ordens teil. In seiner Gegenwart hält ein Ordensmitglied eine Festrede, verstorbener Mitglieder wird in Nachrufen gedacht und neu gewählte Mitglieder werden in einer Laudatio vorgestellt. Traditionell lädt der Bundespräsident die anwesenden Ordensmitglieder anschließend zu einem Abendessen nach Schloss Bellevue ein.

Geschichte des Ordens

Die Geschichte des Ordens Pour le mérite (Französisch: "für das Verdienst") reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1842 gründete der preußische König Friedrich Wilhelm IV. den Orden als Friedensklasse des seit 1740 bestehenden Militärordens gleichen Namens. Die Realisierung der Friedensklasse für Wissenschaften und Künste oblag dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 - 1859), der erster Kanzler des Ordens war. Der Orden sollte Geistesgrößen der unterschiedlichsten Disziplinen und Künste aus dem In- und Ausland zusammenbringen. Bereits eine kleine Auswahl früherer Mitglieder veranschaulicht die Vielfalt und Breite der Verdienste seiner Mitglieder und die große Tradition, auf die der Orden heute zurückblickt: So war Johannes Brahms ebenso Mitglied des Ordens wie etwa Otto von Bismarck, Charles Darwin, Albert Einstein, Käthe Kollwitz oder Werner von Siemens und Giuseppe Verdi.

Zu den heutigen Mitgliedern zählen u.a. der Dirigent und Konzertpianist Daniel Barenboim, der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas, der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, Schriftsteller wie Durs Grünbein und Herta Müller, der Architekt Sir Norman Foster, die Fotografin Barbara Klemm, die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, der Genetiker und Paläontologe Svante Pääbo, der Wirtschaftswissenschaftler Robert M. Solow sowie der Regisseur Wim Wenders. Mehrere der heutigen Mitglieder sind mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Selbstverständnis des Ordens

Orden Pour le mérite
Der Orden pour le mérite

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste versteht sich – so beschreibt es die Satzung von 2015 – als disziplinenübergreifende Vereinigung von Wissenschaftlern und Künstlern, "die durch weit verbreitete Anerkennung ihrer Verdienste in der Wissenschaft oder in der Kunst einen ausgezeichneten Namen erworben haben". Dieses Selbstverständnis des Ordens als "freie Vereinigung von Gelehrten und Künstlern" geht zurück auf die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, als sich der Orden nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und des Kaiserreichs in dieser Weise neu konstituierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Theodor Heuss, der entscheidend dazu beitrug, dass die Tradition des Ordens fortgeführt wurde. Theodor Heuss knüpfte an die in der Weimarer Republik geschaffene Form der freien Vereinigung von Künstlern und Gelehrten an. Zugleich gab er dem Orden den Charakter einer öffentlichen Institution, indem er selbst das Protektorat übernahm und an den neu eingeführten öffentlichen Sitzungen teilnahm.

Weitere Informationen zum Orden Pour le mérite und seinen Mitgliedern finden Sie auf der Internetseite des Ordens
www.orden-pourlemerite.de